„Eine Verpackung repräsentiert das Unternehmen“

Frank Thomsen und Sebastian Gutmann vereinen mit ihren Verpackungsmöglichkeiten Funktionalität, Design und Nachhaltigkeit. Wenige Fotos vom Produkt reichen, und ein KI-gestütztes Programm erstellt eine individuell konfigurierte Verpackung für einen sicheren Versand mit Unboxing-Effekt. Das macht nicht nur Freude, sondern spart Zeit, wirkt hochwertig und ist nachhaltig.

Die Gründer Frank Thomsen (li.) und Sebastian Gutmann (re.) im Gespräch mit Sabrina Harper

In der Verpackungsindustrie stehen Veränderungen an. Regulatorische Vorgaben als auch der Zeitgeist fordern nachhaltigere, schönere und funktionalere Verpackungen. Sebastian, vor welchen Herausforderungen steht die Verpackungsindustrie?

Sebastian: Die Verpackungsindustrie denkt noch in Prozessen und die Kundschaft möchte eigentlich „Box-on-demand“: kleine Stückzahlen, dann, wenn sie es brauchen.

Frank: Der E-Commerce Boom führt zu höheren Auftragsvolumen bei Verpackungsunternehmen und gleichzeitig sind sie sehr preisgetrieben, weil die Spanne um Gewinn zu machen sehr klein ist. Für Innovation innerhalb der Unternehmen bleibt wenig Platz. Allerdings brauchen traditionelle Methoden und Prozesse viel Zeit: Ein Verpackungsdesign muss erstellt werden, dann wird es mit der Kundschaft abgestimmt, anschließend gibt es eine Stanzvorlage und geht in die Produktion. Wir sprechen hier von mehreren Tagen bis Wochen. Das passt nicht zur Schnelligkeit der heutigen Zeit.

Ein anderer Aspekt ist die Anzahl der Verpackungen. Statt mehreren Tausend werden kleinere Serien von 50 bis 200 Stück angefragt. Hier sieht man schon ein Problem. Kleine Stückzahlen und der genannte Arbeitsaufwand machen die Produktion teuer. Die Verpackungsindustrie muss also schneller, flexibler und kostengünstiger werden.

Wie kann eine Verpackung gestaltet sein, die schnell und trotzdem ressourcenschonend ist?

Sebastian: Verpackungen müssen individuell hergestellt werden. Einige im Markt machen das schon, allerdings nur für große Versandhäuser, wie etwa große E-Commerce-Unternehmen mit 1 Million Versendungen im Jahr. Hier kommt aber der nächste Punkt: Was ist mit Füllmaterial und Warensicherung? Sobald das ins Spiel kommt, reden wir von manuellen Packprozessen. Personal ist auch eine Ressource, die nicht unendlich vorhanden ist. Deshalb haben wir das bei der Erstellung unserer Software bei Manyfolds mitgedacht.

Frank Thomsen mit der passenden Software für eine proteco Verpackung …

…das Logo ist sicher und schön verpackt.

Sebastian, du sagst, bei euch braucht man kein Füllmaterial. Damit schneidest du ein aktuelles Thema an, nämlich den Luftversand.

Sebastian: Umso mehr Luft versendet wird, umso mehr Ressourcen werden für den Transport verbraucht. Auf den Transporter passt weniger drauf und man bezahlt für das zum Teil luftgefüllte Paket. Das ist schlecht für die CO₂-Bilanz und für den Geldbeutel. Schaut man auf die steigende Preisentwicklung, kann das bei der Beladung eines Containers einen Unterschied von tausenden Euros machen.

Hinzu kommt: Füllmaterial ist verlorenes Material. Manches ist biologisch abbaubar, anderes nicht. Die Endverbraucher*innen wissen nicht, wie dieses Material korrekt entsorgt wird. Wir setzen deshalb zu 100 Prozent auf Pappe.

Die Herstellung von Pappe ist doch mit Abholzung verbunden. Ist das wirklich so nachhaltig?

Frank: 80 bis 90 Prozent der Wellpappe ist recyceltes Papier, der Rest sind Frischfaser. Die Wellpappe ist also ein Recyclingprodukt und wir nutzen nur diese eine Art von Pappe. Die Entsorgung und der Recyclingprozess sind also klar definiert.

Manyfold-mit-einer-Verpackung-fuer-den-Autoteileversand-scaled

Im B2B-Bereich bieten sichere und praktikable Verpackungen mehrere Vorteile.

Wie funktioniert euer Ansatz bei Manyfolds nun konkret?

Sebastian: Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Entweder erstellt der User die Verpackung selbst auf unserem Webclient, indem er die Maße eingibt oder mit unserer Scanning-App Bilder vom Produkt macht und hochlädt. Der entsprechende Karton wird daraufhin mit wenigen Klicks digital erstellt. Die Produktion kann über externe Produktionsunternehmen oder sofort über eine von uns gestellte Maschine, die etwa die Größe eines Kopierers hat, erfolgen.

Es gibt auch die Möglichkeit einer Anbindung an das eigene ERP-System des Unternehmens. Unsere Backend-Anwendung erstellt dann automatisch aus einer Bestellung eine entsprechende Verpackung. Die Daten gehen direkt an eine Produktionsmaschine, ohne dass irgendwer manuell eine Verpackung erstellen muss.

Es ist also eine manuelle, halb-automatisierte oder voll-automatisierte Anwendung möglich.

Links wird die Pappe in den Plotter eingegeben…

… rechts erscheint die gewünschte Verpackung mit passender Falz.

Was wäre ein typischer Case für eure Anwendung?

Frank: Ein Anwendungsfall sind fragile Teile aus einem 3D-Drucker oder Autoteile. Unsere Software verpackt die Teile so, dass sie fest im Paket verankert und gut entnehmbar sind. Das Weihnachtsgeschäft ist auch ein sehr anschauliches Beispiel. Unternehmen wollen eine Flasche Wein, eine Packung Gebäck und vielleicht einen Merchandise-Artikel versenden. Da ist unser System ideal, denn wir können die Verpackung so konfigurieren, dass die Produkte sich nicht berühren, sicher platziert und auf gleicher Ebene drapiert sind.

Sebastian: Wenn Empfänger und Empfängerinnen das Paket öffnen, wirkt das hochwertig, qualitativ und ist schön für das Auge. Dieses Unboxing-Erlebnis darf nicht unterschätzt werden. Das gilt für Privatleute wie auch die Industrie. Die Verpackung muss das Versandgut schützen und die Wertigkeit des Unternehmens widerspiegeln.

Frank: Das stimmt. Mitarbeitende im Lager möchten es einfach haben beim Entpacken der Ware. Wenn sie sich erst durch Luftpolsterfolie und Füllmaterial kämpfen müssen, ist das nur nervig und kostet Zeit.

Was kann man von Manyfolds in der Zukunft erwarten?

Frank: Wir sind ja quasi die „Herren über das digitale Design eines faltbaren Objekts“. Die Grundidee damals entstand, als ich über faltbare Objekte nachdachte, zum Beispiel Möbel. Das ist theoretisch immer noch abbildbar mit dem Produkt, das wir bieten.

Sebastian: Im Verpackungsbereich sind auch Pappaufsteller am Point of Sale möglich. Wir haben ein ganzheitliches System, das Produktionsdaten weiterverarbeitet und können nach Bedarf Konstruktionen und Schnittmuster umsetzen.

Frank: Unser Gesamtangebot ist also beliebig erweiterbar.

Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg und besten Dank für das Gespräch!

Manyfolds kurz & knapp

USP: Größen-optimierte, individuelle und intelligente Verpackungen.

Ziel: Einen schnellen und umweltschonenden Versand von Produkten ermöglichen.

Die Gründer: Frank Thomsen (CEO) ist Kommunikationswissenschaftler und Innovationsexperte, Sebastian Gutmann (CTO) ist Industriedesigner mit vielen internationalen Erfahrungen.

Homepage: https://manyfolds.de/

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